Zwei Konzepte, eine Marke

Esther Sedlaczek und Alexandra Krull | 02. Dezember 2008

74. Die Torstraße 74 in Berlin Mitte. Von Außen könnte es auch eine Galerie sein. Graffiti und abgewetzte Plakate hängen an der Hauswand. Neonleuchtstoffröhren formen die Hausnummer 74. Eine große Glasfront wird von einem noch größeren Eingang unterbrochen. Von einer Tür keine Sicht.

Der ADIDAS Iconstore erschließt sich in einer umgekehrten L-Form. Er ist hell, reduziert eingerichtet, aber dennoch gemütlich.

Seit der Eröffnung im März 2008 unterliefen die Räumlichkeiten einem ständigen Wechsel. Das Licht der Welt erblickten sie eher düster. Alles in schwarz gehalten und von Außen nicht als Adidasladen zu erkennen. Dann verwandelte er sich in einen türkischen Bazar und nun erstrahlt er in neuem Licht, mit weißem Boden und Wänden. An vier Ständern hängen Kleidung für Männer und Frauen von Consortium, Y3, Adidas Originals und Performance. Der Schwerpunkt des Verkaufs liegt jedoch auf den Schuhen. Aufgebahrt auf vielen Plateaus reicht die Palette vom klassischen Sneaker, über die Lackvariante, bis hin zum Lederstiefel.

Hier hat sich die betreibende PR Agentur Haeberlein&Mauerer etwas ganz exklusives einfallen lassen: 32 Geschäfte weltweit, unter anderen Colette in Paris führen einen eigens für sie designten Schuh. So stehen im 74 Restbestände von dieser Reihe. Noch muss sich das Design mit einem weiteren Adidas Iconstore in London namens 6 geteilt werden, aber im nächsten Jahr gibt es einen ganz exklusiven, eigenen 74 Schuh!

2009 wird ADIDAS 60 Jahre alt, und spätestens dann verwandelt sich der Laden an der Torstraße 74 wieder. Das ist ja schließlich das Konzept.

Weitaus feiner, dennoch ähnlich stylish, geht es fast einen Katzensprung entfernt in der Münzstraße, ebenfalls Berlin Mitte, zu. Schon von außen verrät das große Marken-Enblem auf dem Schaufenster, was Einen drin erwartet. Adidas Originals lädt auf 320 qm zu einem abwechslungsreichen Shoppingerlebnis ein. Von Sneakers, über die traditionellen ADIDAS-Trainingsanzüge, bis hin zu Jeanshosen und Babyklamotten gibt es für fast jede Zielgruppe potenzielle Beute. Nike, Puma & Co. sind hier schnell vergessen. Beim Betreten des Ladens wird man von dem hellen Neonlicht geblendet, das von der Decke strahlt und die Farben der auf weißen Holztischen präsentierten Ware noch kräftiger erscheinen lässt. Sanfte Elektrobeats ertönen aus den Lautsprechern. Schon vom Eingangsbereich sieht man in der hinteren linken Ecke eine Art Fotowand. Fünfzehn schräg hängende Fotorahmen präsentieren beim Vorbeigehen oder gar Hineinblicken ein Portrait des Betrachters. Einmal auf den Bildschirm gedrückt und das Foto ist gemacht. Durch den Laden durchgelaufen bis zum anderen Ende, die nächste Spielerei. Zwei, wie soll es anders sein, silberne Mac-Computer dienen als Projetionsfläche für eigene Designs, die mit Hilfe der Mitarbeiter erstellt werden können. Was am Ende dabei herauskommt: ein Schuh ganz nach seinen eigenen Vorstellungen. Farben und Details, wie das Eingravieren des eigenen Namens, lassen sich dabei selbst bestimmen. 

Adidas-Originals - eine Welt in der Trends nicht an nur an der Kleiderstange hängen, sondern eigens kreiert werden können.

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