Chang 13 - Mode transkontinental
Der Reiz der asiatischen Exotik ist unerschöpflich, ist mysteriös und ist verzaubernd. Aus der Sicht eines Europäers hat die asiatische Kultur etwas Verführerisches, das er auf Grund seiner Komplexität kaum begreifen kann. Genauso verhält es sich mit fernöstlicher Mode, die aus jeder Frau eine in Seide gehüllte Kaiserin macht - erhaben, traditionell und unglaublich feminin. Das Problem an diesem Stil ist leider, dass es kaum Möglichkeiten gibt in einem Kimono auszugehen, aber es gibt eine Lösung. Der Kölner Designer Chang 13 verbindet seine koreanische Herkunft und seine Lebensgeschichte zwischen Asien und Europa mit seinen Kollektionen. Morgen- und Abendland vereinen sich zu einer gelungenen Symbiose beider Kulturen.
Moadaffin: Wie hat alles angefangen?
Chang13: Ich habe in einer Boutique gearbeitet und sollte eine Modenschau organisieren. Ich habe von Zeit zu Zeit gemodelt. Ich bin da so reingeschlittert. Durch die Aufmerksamkeit der Presse habe ich angefangen auch andere Sachen zu machen. 1998 habe ich mein Diplom in Modedesign gemacht. Meine Diplomarbeit hieß „wonder couture” - das habe ich alles mit einer Berliner Designerin umgesetzt: Daja Richter.
Und wie waren deine weiteren Stationen in der Modewelt?
In einer Art Micky Mouse Club in Korea habe ich getanzt, dann als Model gearbeitet, dann bei einer Casting Agentur, auf Messen für Airbay, MyZoo, dort habe ich auch Daja Richter kennen gelernt. Danach habe ich ein Praktikum bei Komplott gemacht, in Deutschland habe ich mein Wissen aufgebaut und in Paris Erfahrungen gesammelt.
Warum hast du nach so vielen Stationen Köln als Hauptsitz für dein Label ausgewählt?
Einmal aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, außerdem sind Frankreich, Belgien und die Niederlande schnell zu erreichen. Während meines bisherigen Lebens bin ich ständig in Köln hängen geblieben - ich bin immer wieder zurückgekommen. Irgendwann bin ich an Karneval neben der [Kult-Kneipe] Päff eingezogen! (lacht)
Wie bist du dann auf den Namen Chang13 gekommen?
Chang ist eine Silbe von meinem Vorname und meinen Nachnamen habe ich verkürzt und daraus ist ein Schriftzeichen entstanden, das der Zahl 13 ähnlich sieht. Die „13″ kann man als „?” sehen, diese Zahl kann alles bedeuten.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Schlichtes Material, sportlich, hohe Qualität, klassische Details, viele Einflüsse vom Kimono, dezent sexy aber nicht Paris Hilton, sondern eher Grace Kelly, zwischen traditionell und fortschrittlich.
Wenn man sich deine Kollektion ansieht, ist die Exklusivität nicht zu verkennen; was ist die Spezialität deines Labels und wo liegt die Preisspanne?
Hochzeitskleider, Gala-Outfits, Abendkleider und für Männer die klassische Palette sind wohl mein Hauptaugenmerk. Preislich fängt es bei Tops oder T-Shirts ab 39,- € an und geht bis hin zu Kleidern für 500 €. Bei Einzelstücken kann ich nichts sagen, das ist immer unterschiedlich.
Wer näht deine Kollektionen?
Ich selbst nähe die Couture-Sachen und ansonsten wird alles bei mir im Atelier produziert.
Und Welche Materialen nutzt du?
Klassische Stoffe, Baumwolle, Strickmuster, Jersey, Chiffon - alles was Frauenherzen glücklich macht.
Wo findest du deine Materialien?
Die Stoffvertreter kommen zu mir oder auf Stoffmessen in Paris, München und Berlin
Hast du zum Abschluss noch ein paar Tipps für angehende Designer?
Sei immer du selbst und halte durch! Buchhaltung und BWL lernen! Macht euch Gedanken über die Gewinnspanne und die Händlerspanne - Mode ist Marketing - merkt euch das! Diplomatie trainieren, ehrlich sein! Nicht kopieren, keine Vorbilder - sei dein eigenes Vorbild!
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