Ein „Cat-walk” durch Berlin

mieze (by björnstar)
Berlin ist das, was viele mittlerweile als Modemetropole bezeichnen. Der Hipness-Faktor auf den Straßen einiger Stadtteile ist kaum noch zu überbieten, seit letztem Jahr gibt es eine eigene Fashion Week und immer mehr junge Designer lassen sich hier an der Spree nieder. Mieze Katz, die Sängerin der Band MIA, war seit der ersten Stunde mit dabei und wurde oftmals zur Stilikone der Berliner Subkultur ernannt. Mit wem könnte man sich also besser über Mode, Berlin und Veränderung unterhalten als mit der frechen, ein wenig schrillen Frontfrau der Elektro-Popband? Ihr letztes Album „Zirkus” schaffte es auf Platz 2 der Deutschen Albumcharts. Mit Spannung wird dieses Jahr der Nachfolger „Willkommen im Club” erwartet, der mindestens genauso großen Erfolg verspricht, wie die aktuelle Single „Mein Freund” vermuten lässt. Die 29-Jährige Berlinerin fand die Zeit, mit uns über die eher unwichtigen Dinge im Leben zu sprechen.
Mieze, du wirst oft als Vorzeige-Ikone des „Berlin Styles” gehandelt. Was ist für dich Berliner Mode?
Ich würde die Berliner Mode als „Casual Chic” bezeichnen. Die meisten Designer wollen, dass ihre Sachen getragen werden. Auf der Strasse, im Club, beim Konzert, beim Einkaufen und manchmal im Museum. Der Berliner hat es gern bequem, aber auch ein bisschen chic.
Und was hat die Hauptstadt für den Konsumwilligen zu bieten? Wo gehst du gerne Bummeln?
Die üblichen Verdächtigen: Alte und Neue Schönhauserstraße, Oderbergerstraße, Rochstraße, Galeries Lafayette, Berliner Klamotten in den Hackeschen Höfen…
Und dein eigener Modestil, wie würdest du den beschreiben?
Dem Moment entsprechend von Aua über Wohlfühl bis hin zu Elegant und Extravagant. Für mich muss es keine Marke sein, lieber trage ich Mode von Menschen, die ich kenne und deren Philosophie ich mich verbunden fühle. Wie zum Beispiel: Macqua (www.macqua.com). Meike ist meine Lieblingsdesignerin.
Hast du ein Lieblingsoutfit?
Schaut an sich herunter.
Naja, heute: schwarzer Body, blaue Jeans, dunkelblau/ocker gestreifter Pullover, Graue Stiefel, schwarz/grau gestreifter Mantel…Morgen? Mal sehen.
MIA hat ja mittlerweile schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Ein Blick zurück: Hast du in dieser Zeit eine modische Entwicklung an dir beobachtet?
Ich kenne eigentlich niemanden, dessen Stil sich im Laufe der Jahre nicht verändert hätte. So er- innere ich mich z.B. allzu gern an meine Türkisphase, sogar meine Haare waren damals türkis. Fotos aus dieser Zeit finde ich heute meistens einfach nur lustig, allerdings hätte ich nichts dagegen, wenn sich einige von ihnen ganz spontan in Luft auflösen würden!
Was beeinflusst dich für gewöhnlich auf deinem modischen Weg? Hast du vielleicht ein modisches Vorbild?
Nee, eigentlich nicht. Ich kann das gar nicht so gut beschreiben. Hat Mode nicht immer was mit Zeitgeist zu tun? Mit dem Gefühl, das in der Luft liegt? Mit den äußeren Bedingungen und den inneren Zuständen? Mit derMusik, die gerade läuft und mit den Leuten, mit denen man Zeit verbringt?
Wahrscheinlich. Auf eurem letzten Album spielte zum Beispiel das Thema „Zirkus” eine große Rolle. Hat dich das auch inspiriert?
Ja, ich habe eine starke Vorliebe für Schwarz-Weiß entwickelt und diese sowohl auf der Bühne, als auch dahinter ausgiebig ausgelebt.
Mode und Musik, sind das zwei Komponenten, die immer Hand in Hand gehen?
Vielleicht…bisher hat mich allerdings noch kein Pullover zu einem Text inspiriert…
Versteht mich nicht falsch, ich bin da ganz offen, das soll ein Ansporn sein! Aber ich glaube schon, dass in jedem Atelier Musik läuft und ich weiß ja, was mit mir passiert wenn ich Musik höre, die mir gefällt. Das geht nicht spurlos an mir vorbei.
Mieze, Hand aufs Herz: Wie viele Paar Schuhe hast du?
Lacht.
Zu viele, ich hab mir vorerst Anschaffverbot erteilt!
Und wobei wirst du neben Schuhen noch schwach?
Ich glaube, man nennt es Accessoires! Und dass ich die auf der Bühne besonders gut ein- setzen kann, erleichtert es nicht gerade, einen Bogen um all die schönen Schätze zu machen…
Bei soviel Modeaffinität und kreativem Potential, liegt die Frage nahe: Hast du schon mal darüber nachgedacht, eine eigene Kollektion herauszubringen?
Jawohl, das habe ich. Wir werden sehen…