Fashionweek – the shows - Donnerstag
Berlin will - nein muss - sich gegen London, New York, Paris und Mailand behaupten; von den anderen Fashionweeks in Europa und Asien gar nicht erst zu reden. Nach dem schon fast rituellen Opener Boss Black, folgten am nächsten Tag Leyla Piedayesch mit ihrem Label Lala Berlin, Kavier Gauche und Jungdesigner Gregor Clemens mit Lac et Mel.
Machen wir es kurz. Boss Black präsentierte die Inkanation deutschen Designs - unaufgeregt sachlich, stimmig, High-Fashion. Chefdesigner Ingo Wills sorgte für Glanz und Qualität in dem Modechaos der Fashionweek.
Die Gästeliste von Mila Jovowich, über Klaus Wowereit, Jasmin Tabatabei, Eva Padberg, Germany´s Next Topmodel Gewinnerin Lena Gerke und viele andere TV-Promis brachten die Fotografen in Extasse. Lala Berlin hingegen enttäuschte mit Strickware aus Omas Zeiten.
Das komplette Gegenteil lieferte Kavier Gauche - sexy, viel nackte Haut und hübsche Models in Perlenoberteilen. Fragt man jedoch nach der Show einen heterosexuellen Mann worum es in der Kollektion ging wird er keine klare Antwort geben können, denn er war ganz klar reizüberflutet und kann sich nur an die Rückansichten der Damen erinnern.
Es ging um Handtaschen - glaube ich - und die sind leider nicht der Rede wert.
Lac et Mel bewies Potential für High-Class-Fashion. Kaum ein anderes junges Label präsentiert auf solch internationalem Niveau seine Kreationen wie Lac et Mel. In Silber glänzender Seide und Satin schritten die Models zu hämmernden Elektrobeats über den Laufsteg.
Das Hauptaugenmerk lag auf dem Business-Look der Marke. Hoch geschnittene Bleistiftröcke in klassischer Kombination mit weißen Blusen - Secretary-Style . Mit Keulenärmeln in kurzen und langen Variationen lässt Clemens die 80er Jahre auch im Büro weiter bestehen. Power - einfach Power - war das Kredo der Show. Keine Designexperimente eines Frischlings von der Modeakademie störten das Bild, sondern Qualität und Raffinesse im Detail standen im Vordergrund. Ein immer wieder auftauchender Kontrast war das ewig trendige Lila im Futter der Mäntel oder Röcke, das bei jedem Schritt der Models hervorblitzte, während die diverse Gewinner und Zweitplazierte von Germany´s Next Topmodel in der ersten Reihe saßen und die Show verfolgten. Barbera, Lena und Hanna Nitsche schauten zu, während ihre Kolleginnen arbeiten mussten.
Natürlich hat am ersten Tag kein Label wirklich modischen Suizid begangen. Es mangelt nur an dem Niveau, das andere kreative Designer vom Schlage eines Martin Margiela oder Hedi Slimane beweisen. Hoffen wir, dass Berlin in den nächsten Tagen das Image des ewigen Talents etwas abwenden kann.
Tags: Berlin, Designer, Fashionweek, Germany´s Next Topmodel, Mode, Modenschau
02. Februar 2009 um 22:22
Danke für diesen amüsanten Artikel!