Happy Birthday, Helene Hegemann!
Gestern feierte sie ihren 18. Geburtstag. Und ihre erste Romanvorstellung. Paralysierter Teenager, gefeierte Jung-Autorin, Urheberrecht-Verletzerin. In der Literaturszene wird viel über Helene Hegemann diskutiert.

Ihr 2010 im Ullstein Verlag erschienenes Buch, Axolotl Roadkill, liest sich wie ein pubertäres Tagebuch. Teilweise zusammenhangslos, unfertig, ein Paradigma einer im wahrsten Sinne verkoksten Großstadt-Jugend. Das hat man alles schon einmal gehört. Nur eben nicht von einem Kind. Der Roman quillt über von theoretischer Tiefgründigkeit, allgemein gehaltener Psychosen und schwulstigem Interllekt.
Die Autorin spiegelt dieses Bild wieder: verwirrt, zerzaust, rauchend und irgendwie schüchtern. Sie feiert Geburtstag. Rosa Luftballons, jede Menge Süßigkeiten, pinke Sitzgelegenheiten, ein verranzter Underground-Club und kostenloser Alkohol.
Die Lesung wirkt wie eingeschoben, improvisiert. So als hätten Freunde sie genötigt eben ein paar Worte zu sagen. Dabei steht sie gern im Rampenlicht. Ihre Vita liest sich wie die eines Kinderstars. Regie des eigenen Theaterstücks mit 14, Hauptrolle in der Verfilmung des eigenen Drehbuchs mit 16, Bestseller-Roman mit 18. Für dessen Erfolg sie sogar klaut. Plagiatsvorwürfe. Sie gesteht. Es wäre auch wirklich zu verkokst für sie gelaufen, hätte sie all das verdrogte Geficke, wie in ihrem Buch beschrieben wirklich schon selbst erlebt. Außerdem wäre sie nicht die erste, die abschreibt.
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