Uniform und Rock ‘n’ Roll

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Die Fashion Week ist ganz jung, die Modewelt noch etwas verschlafen, als sie sich am Mittwoch Vormittag im Zelt am Bebelplatz versammelt, um die neuste Kollektion der Grazer Jungdesignerin Lena Hoschek zu sehen.
Die Zuschauerschaft wacht auf, als etwas zu laut “Bei mir bist du schön” von den Andrew Sisters aus den Lautsprechern schallt.
Dass Frau Hoschek uns Retrochick und weibliche Kurven präsentieren würde, daran bestand kein Zweifel. Doch statt sich wie zuletzt vornehmlich an dem opulenten Stil des New Looks der 50er Jahre zu orientieren, war es diesmal vor allem die Herrenmode der 30er und 40er Jahre, die es der Österreicherin angetan hatte.
Mit Bravour schafft sie es, strenge Krawatten, Hosenträger und Uniformelemente mit roten Lippen und Pumps zu kombinieren und so einen leicht androgynen und doch sehr weiblichen Look zu konstruieren. Leider wirken einige Outfits durch die ebenfalls von den Originalen übernommenen derben Stoffe wie schweres Tweed und Wolle in etwas tristen Braun- und Khakitönen leicht prüde. Anderes, wie die an der Brust gebundene Bluse mit Puffärmelchen und hochgeschnittene, weit schwingende Tellerröcke - doch wieder der Einfluss der 50er Jahre - sind schön, aus früheren Kollektionen aber schon bekannt.
Lena Hoscheks Mode ist toll für vergangenheitsverliebte Retro-Fans, jedoch mehr ein Kostümgeschichtlicher Rückblick, als avantgardistische Innovation.
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